Angst vor Krieg,
Angst vor Rechtsextremismus,
Angst vor Faschismus.
Wir haben Angst!
Einige Gestalten der Vergangenheit kehren zurück und tauchen heute wieder auf, mal leise, mal allzu gefeiert und stets begleitet von unserer Angst, dass sich die Geschichte wiederholen wird. Die Gestalten schleichen sich ein und dieses Vorgehen ist so langsam und geschickt, dass wir uns fast an die Gefahr gewöhnen. Die Medien zeigen uns jeden Tag aufs Neue, welche Vorsicht geboten ist und dass Aufklärung stattfinden muss.

Aber dafür müssen wir erst wissen: Wer sind diese Untoten? Wie bewegen sie sich? Warum gewinnen sie erneut Einfluss in der heutigen Zeit und wie prägen sie die Welt, in der wir leben?
Für uns war der Weg zur Performance gar nicht so einfach, denn die Ernsthaftigkeit des Themas wird jedem von Tag zu Tag bewusster. Und die Szenen, die einem am schwersten im Magen liegen, werden nicht von
etwas leicht Verdaulichem abgelöst. So begleitet uns die ganze Zeit die Fassungslosigkeit.
Wie können Menschen auf der Welt Faschisten sein?
Wie können auch hier in Deutschland so menschenverachtende Aussagen von Politikerinnen in den Mund genommen werden ohne Konsequenzen? Vor und während der Performance diese Dinge nachzusprechen, erforderte von jedem und jeder von uns viel Energie und hinterließ uns mit immer mehr Fragen, die uns niemand beantworten kann. Das Schattenmuseum hat es sich von Anfang an zur Aufgabe gemacht, es soll Unangenehm werden, es soll keine erfreuliche Performance werden, es soll ein Apell werden, daran dass etwas passieren muss. Genau das haben wir zum Schluss auch erreicht. Unsere Performance nahm die Besucherinnen mit und hielt sie
dazu an mitzumachen, unsere Besucherinnen waren nicht nur Zuschauerinnen sie waren mitwirkend daran, wie unsere Performance verlaufen wird.
Zwischen verschiedenen Spielen zum Mitmachen, Gesprächen, Diskussionen und gespielten Szenen entstand eine Untersuchung darüber, wie sich Angst ausbreitet und wie kleine Akte des Widerstands das Klima um uns verschieben können. Es entstand ein Raum für Diskussionen des Publikums, wie mit Untoten
umzugehen ist und wie man aktiv gegen sie ankämpfen kann. Oder auch die große Frage: „ Ist es überhaupt möglich?“
Das Projekt macht erfahrbar, wie junge Menschen diese hartnäckigen Schatten wahrnehmen und welche Wege es für uns alle geben könnte, damit sie nicht unsere Zukunft bestimmen.
Ein Projekt von sideviews.





